Was ist ein Man-in-the-Middle-Angriff?

Ein Man-in-the-Middle-Angriff (MITM-Angriff) ist eine Art von Cyberangriff, bei dem ein Angreifer die Kommunikation zwischen zwei Parteien abfängt und manipuliert, ohne dass diese Parteien davon wissen. Der Angreifer positioniert sich buchstäblich „in der Mitte“ der Kommunikation und überwacht oder manipuliert den Datenverkehr zwischen den beiden Parteien.

Hier ist, wie ein MITM-Angriff typischerweise abläuft:

  1. Abfangen der Kommunikation: Der Angreifer platziert sich zwischen den Kommunikationskanälen zweier Parteien, beispielsweise zwischen einem Benutzer und einer Website, einem Benutzer und einem Server oder zwischen zwei Computern in einem lokalen Netzwerk.
  2. Manipulation des Datenverkehrs: Der Angreifer kann den Datenverkehr zwischen den beiden Parteien abhören, um sensible Informationen wie Benutzernamen, Passwörter, Kreditkartennummern oder andere vertrauliche Daten zu stehlen. Darüber hinaus kann der Angreifer den Datenverkehr auch manipulieren, indem er zum Beispiel gefälschte Websites oder gefälschte Zertifikate verwendet, um den Benutzer dazu zu bringen, vertrauliche Informationen preiszugeben.
  3. Weiterleitung von Daten: Nachdem der Angreifer die benötigten Informationen abgefangen oder manipuliert hat, leitet er die Daten an den ursprünglichen Empfänger weiter, sodass die Kommunikation zwischen den beiden Parteien fortgesetzt wird, ohne dass diese von der Intervention des Angreifers erfahren.

MITM-Angriffe können auf verschiedenen Ebenen auftreten, von lokalen Netzwerken bis hin zu öffentlichen Internetverbindungen. Sie sind besonders gefährlich, da sie es dem Angreifer ermöglichen, vertrauliche Informationen zu stehlen oder zu manipulieren, ohne dass die betroffenen Parteien davon erfahren.

Beispiel für einen Man-in-the-Middle-Angriff

Angenommen, ein Benutzer möchte sich in einem Café in ein öffentliches WLAN-Netzwerk einloggen, um auf das Internet zuzugreifen. Ein Angreifer, der ebenfalls im Café ist und über Kenntnisse in der Netzwerktechnik verfügt, kann ein gefälschtes WLAN-Netzwerk mit einem vertrauenswürdigen Namen erstellen, das dem des Cafés ähnelt. Der Benutzer könnte dann unwissentlich eine Verbindung zu diesem gefälschten Netzwerk herstellen, anstatt zum echten Café-WLAN.

Sobald der Benutzer mit dem gefälschten Netzwerk verbunden ist, fungiert der Angreifer als „Man-in-the-Middle“. Der Angreifer kann den gesamten Datenverkehr zwischen dem Benutzer und dem Internet abfangen, einschließlich aller Daten, die über unverschlüsselte Verbindungen gesendet werden. Dies kann persönliche Informationen wie Anmeldeinformationen, Kreditkartennummern oder andere sensible Daten umfassen.

Der Angreifer kann auch gefälschte Websites verwenden, um den Benutzer dazu zu bringen, vertrauliche Informationen preiszugeben. Zum Beispiel könnte der Angreifer eine gefälschte Version der Website der Bank des Benutzers erstellen und den Benutzer dazu verleiten, seine Anmeldeinformationen einzugeben.

In diesem Szenario ist der Angreifer „in der Mitte“ der Kommunikation zwischen dem Benutzer und dem Internet, und der Benutzer ist sich möglicherweise nicht bewusst, dass seine Daten kompromittiert sind. Dies zeigt, wie ein Man-in-the-Middle-Angriff dazu verwendet werden kann, vertrauliche Informationen von ahnungslosen Benutzern zu stehlen.

Um sich vor MITM-Angriffen zu schützen, sollten Benutzer sichere Kommunikationskanäle verwenden, starke Verschlüsselungstechnologien implementieren und auf verdächtige Aktivitäten achten.