Personalbeschaffung über Social Media – Voll im Trend oder voll daneben?

Unternehmen und Personaler müssen immer kreativer und agiler werden, um die richtigen Mitarbeiter zu finden. Active Sourcing, Candidate Experience, Employer Branding, Robot Recruiting und Social Recruiting sind die Schlagworte, die uns im Zusammenhang mit dem Thema Personalbeschaffung noch sehr häufig begegnen werden. Längst vergangen sind die angestaubten Zeiten, in denen man in der lokalen Zeitung eine Anzeige schaltete und nicht lange darauf warten musste, dass Bewerber scharenweise vor der Tür standen und ihre Unterlagen einreichten, aus denen man sich nur noch die Passenden raussuchen musste und folglich auch einstellen konnte.

Die Zeiten haben sich geändert, der Markt hat sich verändert und irgendwie ticken diese Bewerberinnen und Bewerber heute ganz anders …

Ein großer Teil deutscher Unternehmen nutzt bereits heute Social Media, um Stellenanzeigen zu schalten und potentielle neue Mitarbeiter auf sich aufmerksam zu machen. Das sogenannte Social Recruiting ist vor allem bei großen Unternehmen beliebt, wie eine aktuelle Studie von Monster.de zeigt. Nur die Großen? Unsere Erfahrung in den letzten 2 Jahren in der Zusammenarbeit mit Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen zeigt, dass auch kleine und mittlere Unternehmen das Social Recruiting bereits für sich entdeckt haben.

Infografik: Über Social Media zum Job | Statista

Mehr Statistiken findest Du bei Statista

Für die Jobsuche und zur Schaltung von Stellenanzeigen ist laut der Monster.de-Studie XING der geeignetste und am stärksten genutzte Kanal. Am zweithäufigsten wird LinkedIn von Unternehmen für die Personalbeschaffung eingesetzt. Als dritthäufigsten Kanal nutzen Unternehmen Facebook. Der Hauptgrund für die Nutzung von Facebook ist aber vielmehr, zusätzliche Informationen über bereits identifizierte Kandidaten zu erhalten. Deshalb ist es erstaunlich, dass nur 17,2 Prozent der Kandidaten während der Jobsuche eine seriösere Gestaltung ihres Facebook-Profils vornehmen. Uuups ;-)

Mit den neuen Kanälen wollen die Unternehmen vor allem junge Mitarbeiter erreichen, die regelmäßig auf diesen Plattformen unterwegs sind. Sieben von zehn Unternehmen bewerten Social-Media-Anwendungen in der Rekrutierung als positiv, während unter den mittelständischen Unternehmen 36,6 Prozent den Einsatz von XING, Facebook und Co. als positiv beurteilen. Zwei Drittel der Kandidaten finden es gut, wenn Unternehmen Social-Media-Anwendungen in der Personalbeschaffung einsetzen.

Was uns nicht überrascht, aber dennoch erstaunt hat, ist die steigende Anzahl derer, die in einer passiven und komfortablen Haltung auf ein attraktives Stellenangebot warten: Mehr als die Hälfte (51,4 %) der Kandidaten möchten lieber von einem Unternehmen angesprochen werden, als sich selbst dort zu bewerben. Eine Steigerung um 11,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2009.

Was spricht für den Einsatz von Social Media, wenn es darum geht, das passende Personal zu finden?

Ein geringer Kostenaufwand

Im Vergleich zu den traditionellen Maßnahmen des Personalmarketings sind die Kosten für Social Media auf den ersten Blick sicherlich geringer.  Die laufenden Kosten sowie der personelle Zeitaufwand sowie möglicherweise eine externe Unterstützung, um das Unternehmensprofil aktuell zu halten und um attraktive, ansprechende Inhalte auszuliefern, dürfen dabei nicht unterschätzt werden.

Eine vielversprechende, zielgerichtete Suche

Anstatt sich darauf zu verlassen, dass Bewerber aktiv werden, geht es heute verstärkt darum, offensiv und beharrlich auf Unternehmensseite zu agieren, um offene Stellen zu besetzen. Dies gelingt aber nur mit einer intensiven Recherche und Suche nach geeigneten Kandidaten. Die aktive Mitarbeiterakquise, das Active Sourcing, ist durch Soziale Netzwerke sehr viel einfacher geworden. Bei XING oder LinkedIn, in Lebenslauf-Datenbanken wie Stepstone und Monster oder auch bei Facebook können Personaler unkompliziert potentielle Mitarbeiter ansprechen. Sollten die ausgewählten Kandidaten aktuell nicht zur Verfügung stehen, können sie in einem Talentpool gespeichert und bei Bedarf erneut angesprochen werden. Zudem kann ein Talentpool dazu genutzt werden, derzeit noch nicht auf dem Arbeitsmarkt verfügbare Kandidaten an das Unternehmen zu binden.

Eine attraktive Arbeitgebermarke durch Employer Branding

Sich in der Öffentlichkeit als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Besonders kleinere Unternehmen mit einer noch nicht so starken Arbeitgebermarke können von der Präsenz in den sozialen Medien profitieren. Geeignete Kandidaten und wohlgesonnene Kontakte können hier auf offene Stellen hingewiesen werden. Haben diese selbst kein Interesse an der Ausschreibung, können sie durch aktives Teilen dazu beitragen, dass das Stellenangebot tatsächliche Interessenten erreicht. Durch eine aktive Präsenz, Kontinuität und qualitativ hochwertige Inhalte, können die Mund-zu-Mund-Effekte der sozialen Netzwerke effektiv genutzt werden.

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