Mehr Schein als Sein! Vorsicht bei der Wortwahl…

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Seit Mitte der 1990er hat die Verwendung von Anglizismen stark zugenommen. Bei Substantiven hat sich die Zahl der Anglizismen sogar nahezu verdoppelt. Im Zuge der Digitalisierung hat die Anwendung („usability“) von Anglizismen noch einmal einen heftigen Schub („drive“) bekommen. Vor allem im Bereich der Wirtschaft werden Anglizismen und sogenannte Scheinanglizismen erschreckend häufig verwendet. Wenn ich so manche Experten und Berater verschiedenster Fachrichtungen (Marketing, IT, Unternehmensberatung, etc.) reden höre oder auch ihre Expertisen im Internet lese, frage ich mich immer wieder auf’s Neue: „Wen wollen diese Wichtigtuer mit diesen völlig falsch interpretierten und übersetzten Worten beeindrucken? Wer soll diesen zusammenhanglosen Wortaneinanderreihungen folgen können? Wissen diese Person, was sie da von sich geben? Verstehen sie selbst, was sie da gerade sagen?“ Im Sinne einer erfolgreichen, zielgerichteten Kommunikation ist dieses Verhalten nicht nachvollziehbar.

Noch fataler wird es, wenn Menschen ihren eigenen Sprach- und Wortschatz („personal wording“) entwickeln. Nicht selten kommt es vor, dass Menschen im Laufe ihres Berufslebens ein umfangreiches Sammelsurium aus eigens kreierten „denglischen“ Worten und Begrifflichkeiten anhäufen und fröhlich anwenden. Ohne ein personenbezogenes Wörterbuch („personal-wording-booking-app“) fällt es dann äusserst schwer sich unmissverständlich und folgerichtig zu verständigen.

Leute, wenn ihr Anglizismen falsch anwendet und falsch interpretiert, eigene Scheinanglizismen entwickelt und diese dann auch noch beruflich einsetzt, kann der Schuss nur nach hinten losgehen! Es wird immer jemanden unter den Zuhörern und Gesprächspartnern geben, der der englischen Sprache mächtig ist. Und – es wird immer jemanden geben, der eure Profilneurose im denglischen Selbstdarstellungwahn durchschaut.