Je oller, je doller! 7 verdammt gute Wege, um unter Zeitdruck kreativ zu sein (Teil 2)

Solltest auch du die 30 bereits knapp überschritten haben, gehörst du in Punkto Kreativität und Zeitdruck noch lange nicht zum alten Eisen. Ganz im Gegenteil! Wenn du nicht gerade völlig verkappt, verbohrt und total vernagelt bist, gilt hier: Je oller, je doller! Gerade in der Werbe-, Internet- und Marketingbranche oder in der Startup-Szene wird uns aber immer wieder weisgemacht, dass wir verdammt jung sein müssen, um außergewöhnlich kreativ und erfolgreich zu sein.

Selbstverständlich ist das totaler Quatsch und ausgemachter Blödsinn! Kreativität ist keine Frage des Alters! Oder etwa doch?

Im Marketing gibt es eine ganz einfache Regel, die da lautet: Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung! Je öfter du deine Botschaft wiederholst, desto eher und stärker wird sie von deinem Zielpublikum wahrgenommen, gespeichert und verinnerlicht. Aus einer Werbebotschaft wird so ganz schnell ein Glaubenssatz oder schlimmstenfalls sogar eine Tatsache. Und wenn man uns nun auf allen Kanälen und in allen Medien seit Jahrzehnten immer und immer wieder suggeriert, dass nur junge Menschen kreativ sein können, glauben wir das natürlich irgendwann. Ein teuflisches Spiel. Aber, genau das ist Marketing!

Nachdem wir das nun geklärt haben, kommen wir zur Frage der Kreativität in Verbindung mit dem Alter: Wenn du jung bist, also ganz jung, kannst du logischerweise noch nicht auf einen besonders großen Erfahrungs- und Wissensschatz zurückgreifen. Wenn du schon etwas älter bist, hast du bereits ein paar Kilos oder Tonnen an Erfahrungen und Wissen im Gepäck. Für die Kreativität ist dieser „Ballast“ verdammt gut! Warum? Schauen wir uns mal einen ganz kleinen Ausschnitt aus der Definition der Kreativität bei Wikipedia an:

„Kreativität ist die zeitnahe Lösung (Flexibilität) für ein Problem mit ungewöhnlichen, vorher nicht gedachten Mitteln (Originalität) und mehreren Möglichkeiten der Problemlösung (Ideenflüssigkeit), die für das Individuum vor der Problemlösung in irgendeiner Weise nicht denkbar ist (Problemsensitivität).“

Übrigens: Goethe und Thomas Mann haben in ihren Fassungen des Faust-Mythos den kreativen Anstoß dem Teufel zugeschrieben (Faust I: Prolog im Himmel; Doktor Faustus: Kapitel XXV), siehe ebenfalls bei Wikipedia.

Eine zeitnahe Lösung für ein Problem mit ungewöhnlichen, vorher nicht gedachten Mitteln und mehreren Möglichkeiten der Problemlösung zu finden, gelingt dir weniger gut, wenn du nicht auf eine breite Wissensbasis oder vielfältige Erfahrungen zurückgreifen kannst. Die vorher nicht gedachten Mittel oder mehrere Möglichkeiten gehen dir wesentlich leichter von der Hand, wenn du schon etwas älter, in vielerlei Hinsicht erfahrener bist und auch schon eine Reihe von sehr unterschiedlichen Problemen in deinem Leben gelöst hast.

Der zweite Weg zu mehr Kreativität: Sauge Wissen auf wie ein Schwamm!

Wenn du kreativer werden willst, solltest du jegliches, dir über den Weg laufendes Wissen wie ein Schwamm aufsaugen und dich vielseitig interessieren (Literatur, Science-Fiction, Musik, Kunst, Physik, Geschichte, Biologie, Mathematik, Astronomie, Psychologie, Chemie, Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Sport, etc.).

Wenn du das Ganze noch verfeinern möchtest, empfehle ich dir folgende Zutaten:

  • Lesen, lesen, lesen…
  • Trainiere täglich dein Gedächtnis.
  • Lerne mindestens einen Klassiker oder ein verstaubtes Telefonbuch  ;-) auswendig.
  • Höre immer aktiv zu.
  • Stelle Fragen und sei neugierig.
  • Experimentiere und probiere.
  • Befreie dich von Vorurteilen.
  • Schärfe deine Wahrnehmung für das Verborgene und weniger Offensichtliche.
  • Werde jeden Tag ein bisschen mutiger.
  • Bringe mehr Leichtigkeit und Humor in dein Leben.
  • Betrachte Erfahrenes und Erlebtes aus verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven.
  • Versuche stets besser zu werden.
  • Träume und lasse deinen Phantasien freien Lauf.
  • Bewege dich nicht nur gedanklich, sondern auch körperlich.
  • Stelle immer wieder auf’s Neue Verbindungen zwischen Dingen oder Sachverhalten her, die überhaupt nicht zueinander passen.
  • Hab Ausdauer und gib niemals auf!

Beherzigst du diese Punkte, gelingt dir das Kreativsein sehr viel besser. Natürlich gibt es noch weitere Aspekte, aber dazu kommen wir dann in einem weiteren Teil dieser Serie.

Nun bin ich dir aber immer noch die Antwort auf die Frage aus dem ersten Teil schuldig: Wie zum Teufel dehne ich die Zeit?

Stelle dir folgende Situation vor: Du bist mit einem Geschäftspartner um 14:00 Uhr in einem Cafe verabredet. Du bist pünktlich. Dein Geschäftspartner lässt auf sich warten. Du starrst ungeduldig auf die Uhr. Inzwischen ist es 14:07 Uhr. Dieser kurze Zeitraum des Wartens kam dir allerdings wie eine ganze Ewigkeit vor. Fortan schaust du alle 5 – 10 Sek. auf die Uhr, du wartest immer noch, die Zeit vergeht im absoluten Schneckentempo, tick…tack…tick…tack…tick…tack. Keine 3  Minuten später steht die Zeit für dich (gefühlt!) fast still.

Unter Zeitdruck kannst du dir diese Situation allerdings zunutze machen. Begebe dich gedanklich in eine solche Situation. Mit ein bisschen Übung wirst du feststellen, dass die Zeit für dich tatsächlich langsamer vergeht.

Eine andere Möglichkeit ist das bewusste Wahrnehmen der Zeit und das Ablegen der Angst vor der Deadline. Schnapp dir eine Uhr mit einem Sekundenzeiger die sehr laut tickt und suche dir einen Ort der sehr, sehr ruhig ist. Konzentriere dich 60 Sekunden lang auf den Sekundenzeiger, gehe jede Bewegung des Zeigers mit, achte auf jedes einzelne Tick oder Tack und spreche es jedes Mal laut aus.

Na, ausprobiert? 60 Sekunden können verdammt lang sein, nicht wahr? Lege nun die Uhr zur Seite oder schalte sie ab, so dass du sie nicht mehr hören kannst. Zähle im Takt eines Sekundenzeigers bis 60. Das dauert…und dauert…verdammt lang!

Im dritten Teil dieser Serie erwarten dich ein paar teuflische Übungen, mit deren Hilfe du deine Kreativität unter Zeitdruck verbessern kannst .

Bis dahin wünsche ich dir eine höllisch kreative Zeit :-)

 

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