Ihr könnt mich alle mal!

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„Ihr könnt mich alle mal!“

Wenn ich mich recht erinnere, waren das die ersten Worte, die ich von mir gegeben habe, weit bevor ich anfing zu laufen.

Einige Jahre später, 1972, war ich vier Jahre alt. Zum Leidwesen meiner Eltern habe ich nicht, wie all die anderen Kinder, einfach nur viele Fragen gestellt, nein, ich habe grundsätzlich alles in Frage gestellt. 

Das ist meine Welt!

Hätte es damals bereits Computer, Smartphones und das Internet gegeben, hätten mich meine Eltern am 11. Dezember 1972 wegen ausufernder Wissbegierigkeit und Besserwisserei mit der „Apollo 17“ mittels „Oneway-Ticket“ zum Mond geschickt. Wobei mir schon damals eine Fahrt mit der USS-Enterprise (NCC-1701) unter dem Kommando von James Tiberius Kirk sehr viel lieber gewesen wäre.

Das ist meine Welt!

Seit meinem vierten Lebensjahr spiele ich Schlagzeug. Klavier kam mit sechs dazu, dann E-Gitarre, Trompete, Bass und Saxophon. Mit fünf habe ich angefangen zu zeichnen, mit sechs meine ersten Comics kreiert und viele Jahre später mit diesen Fähigkeiten sogar Designpreise gewonnen. Im Alter von 10 Jahren habe ich „Die großen Philosophen“ (500 Seiten) verschlungen und meine erste Kurzgeschichte geschrieben. Ich habe Radios auseinandergebaut, um sie anschließend als Sender zu betreiben oder mit elektronischen Bauteilen und Chemikalien auf wundersame Weise herumexperimentiert ;-) Ganz gleich, was man mir zeigte oder in die Hand drückte, ich konnte es ohne große Anstrengungen immer sogleich. 

Das ist meine Welt!

Doch irgendwann wurde die unerträgliche Leichtigkeit des Seins zur quälenden Langeweile. Ab Klasse sieben habe ich mit zunehmender Tendenz die Schule geschwänzt und mit aufopferungsvoller Liebe zum Detail die Entschuldigungen im Namen meiner Eltern verfasst. 

Das war meine Welt!

Doch meine Welt war nie die Welt der anderen.

Über etliche Jahre hinweg habe ich versucht mich anzupassen. Ich wollte einfach nur so sein, wie die anderen. Phasenweise gelang mir das auch, doch über kurz oder lang bin ich immer wieder daran gescheitert.  

Da stand ich nun ich armer Tor und war so klug als wie zuvor! 

Auch das ist meine Welt!

Aus dieser, eben meiner Welt werde ich euch auf diesem Blog noch sehr viel mehr erzählen. Vielleicht macht es auch dir Mut, anders zu sein und insbesondere: anders zu bleiben!